Der Eselritt zur Wartburg

Die Wartburg. Allgemeiner Deutscher Kunst-Verein, um 1890. ©akg-images

Wie kaum eine andere Burg ist die Wartburg eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Martin Luther zum Beispiel übersetzte hier das Neue Testament der Bibel, und auch Johann Wolfgang von Goethe verbrachte vermehrt Zeit auf der Burg. Die heute unter UNESCO Welterbe stehende Burg ist schon lange ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
Bereits im 19.Jahrhundert war man darauf bedacht, den Aufstieg zur Burg für die Gäste so angenehm wie möglich zu gestalten und dem zunehmenden Besucherverkehr gerecht zu werden. So wurde Gästen ein Ritt zur Burg auf dem Rücken eines Esels, der den Weg in nur einer halben Stunde bestritt, in Begleitung eines Fremdenführers angeboten. Seit der Jahrhundertwende können Touristen, in der Regel jedoch meist Kinder, mit den acht bis zehn Eseln das etwa 400m lange Wegstück zur Burg hinaufreiten. Als Souvenir dienten die vom Fotografen Fritz Cyliax (Marienthal I, Eisenach) aufgenommenen Bilder.

Reisegesellschaft von sieben Frauen auf Eseln. Fritz Cyliax, 18. Juni 1912. ©akg-images
Reisegesellschaft auf Eseln auf dem Weg zur Wartburg. F.Cyliax, um 1905. ©akg-images

Heute eine reine Touristenattraktion, kamen die Esel ursprünglich als Lasttiere zur Versorgung der Burg mit Trinkwasser, Brennholz, Lebensmitteln und Baumaterialien zum Einsatz. Das ehemalige Eseltreiberstübchen für den burgeigenen Eseltreiber lässt sich heute neben der Studierstube Luthers betrachten.

Zwei Herren, mit einem Esel, auf dem Weg zur Wartburg. F.Cyliax, um 1905. ©akg-images
Kleinkind auf einem Esel. Fritz Cyliax, um 1900. ©akg-images