Radsport – “Rund um Berlin”

„Einst gingen die Menschen noch Schritt für Schritt, Noch gab es ein Ruhen, ein weilen, Nun möcht’ schon ein Jeder so rasch wie der Blitz Durch Städte und Länder eilen.“ [1]

Sieger(A) Karl Hädicke beim “Rund um Berlin” Wettkampf. Amateurfotografie, 1911 (Fotograf unbekannt). ©akg-images

Schon seit seiner Erfindung Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Fahrrad sowohl als Sport- und Transportgerät genutzt, wie auch als Symbol für Freiheit, Spaß und Unterhaltung verstanden. Von der Draisine, dem Hoch- zum modernen Niederrad, dem Rennrad, dem Mountainbike bis hin zum aktuellen Trend des E-bikes hat das Fahrrad eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich. Es hat das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung verändert und ist zu einem Massenprodukt geworden.

Die ersten, in Frankreich in den 1860er Jahren ausgetragenen, abenteurlichen Radrennen waren der Startschuss für eine rasante Entwicklung des Radsports. Im April 1869 wurde in Altona der erste deutsche Radsportverein Eimsbütteler Velocipeden-Club gegründet und bereits im September fand dort ein erster Velocipeden-Wettkampf mit Teilnehmern aus England, Dänemark und Frankreich statt.

Albumdoppelseite mit diversen Gruppenbildern des Friedenauer R. V.. Amateurfotografien um 1911
(Fotograf unbekannt). ©akg-images
Albumdoppelseite der Radrennen “Rund um Berlin” und “Rund durch Mitteldeutschland”. Amateurfotos, 1911
(Fotograf unbekannt). ©akg-images

„Rund um Berlin“ gilt als ältestes deutsches Straßenrennen [1896]. Die Eintagesfahrt mit Start- und Zielpunkt in Zossen entsprach ursprünglich einer Strecke von ca. 320km, die in etwas 17 Stunden zurückgelegt werden mussten. 1911 wurde Karl Hädicke Sieger der Amateurklasse. Als stolzes Mitglied des Friedenauer Radfahrer-Vereins [1891] legte er zur Dokumentation des gemeinsam Erlebten das vorliegende Album an und leitet dieses mit dem Motto ein:

Albumseite mit handgeschriebem Motto. Fotoalbum Karl Hädicke, um 1911 (Fotograf unbekannt). ©akg-images

Wer nie im Frühling durch die Welt
mit seinem Rade zog;
Wer nie durch Berge, Wald und Feld
auf seinem Renner flog;
Nie fröhlich in der Freunde Reih’n
beim hellen klaren Sonnenschein
gezogen ist von Ort zu Ort,
der kennt dich nicht: “du edler Sport!”

In einem anderen privaten Fotoalbum “Photographs” mit Amateurfotografien aus Deutschland und den U.S.A. finden sich unter anderen Radfahrern auch Fotos und Autogramme des Profi Radsportlers Oskar Tietz der 1925 beim „Rund um Berlin“ Wettkampf als Sieger geehrt wurde.

Oskar Tietz. Atelieraufnahme mit Autogramm, um 1925
(Foto-Heta, Lünen). ©akg-images
Oskar Tietz mit Rennrad.
Atelieraufnahme, um 1920
(Karl Wahl. Berlin, Hauptstr. 146). ©akg-images
Fußnoten:
  • [1] Seidl, Carl. 1897. “Zu Darnaut’s Erlkönig“ In Radlerei! Hrsg. Wiener Radfahr-club Künstlerhaus. Wien: Kunstverlag Gerlach & Schenk.